Die häufigsten Ausfälle von Tintenstrahldruckern nach eigenhändigem Nachfüllen sind nicht auf eingetrocknete Düsen
zurückzuführen, sondern auf Fehler beim Nachfüllen selbst und in der Folge ausgelaufenen Patronen. Nachfüllen in Eigenregie
ist durchaus möglich, setzt jedoch fundierte Kenntnisse der Funktionsweise der Patronen voraus, die stets mit einem leichten
Unterdruck versehen sind, um ein Auslaufen im Drucker zu vermeiden. Hierbei gibt es große Unterschiede zwischen den
einzelnen Druckermodellen. Einige Druckerpatronen z. B. der Samsung Toner eignen sich vorzüglich für das Nachfüllen. Bei anderen Druckerpatronen
kann man fast gar nicht Toner nachfüllen. Die Druckerindustrie ist auch dazu übergegangen, Druckerpatronen entsprechend zu
Dongeln, d.h. mit einem Chip zu versehen, der das Nachfüllen unmöglich macht. Nachbauten dieses Chips oder sogeannte
Chipresetter sind verboten, da sie unter des Patentgesetz fallen. Somit räumen Druckerhersteller Konkurrenten bei den
Druckerpatronen geschickt aus dem Weg.
Nicht zu vergessen ist hierbei auch die Tasache, dass Druckerpatronenhersteller darauf hoffen, dass mit dem Drucker
gedruckt wird und viele Tintenpatronen gekauft werden. So wird dem Kunden ein subventionierter Drucker geliefert, dafür
aber die Druckerpatronen teuer verkauft. Dieser Effekt wird verstärkt durch die Reinigungsläufe (siehe oben) oder das
technisch unnötige, mittlerweile aber weit verbreitete Zumischen von Farbe zu Schwarz-Weiß-Drucken ("verbesserte
Graustufen"; Ausdruck wird bei fehlender Farbtinte blockiert).
Im professionellen Umfeld wird nicht nachgefüllt, da die Kosten der Patronen trotz des oftmals recht hohen Preises in
keinem Verhältnis zu der zur Nachfüllung notwendigen Arbeitszeit stehen. Des Weiteren ist die Produktionsstraße in
der Regel kalibriert und setzt somit in Tönung und Deckkraft identische Tinten voraus, die erfahrungsgemäß nur schwer
zu bekommen sind.